20.06.2018 Mittwoch 18 neue Strömungsretter im Landesverband ausgebildet

Nach 4 anstrengenden Tagen bei bestem Wetter und tollem Wildwasser konnten alle 18 Teilnehmer aus dem Landesverband Württemberg e.V. ihre wohlverdienten Strömungsretter-Urkunden entgegennehmen.

Bereits am Mittwoch, 30.05. waren die Teilnehmer aus dem ganzen Landesverband ins österreichische Lofer im Bundesland Salzburg angereist, um am Donnerstag möglichst ausgeruht in den Lehrgang starten zu können und so hatten die Teilnehmer noch Zeit, ihresgleichen und die Ausbilder beim Abendessen etwas kennen zu lernen.
Nach einem guten Frühstück startete der Lehrgang dann pünktlich um 9 Uhr mit den obligatorischen einführenden Worten, einer Kurzvorstellung und theoretischem Unterricht über die Gefahren im Fließgewässer, Hydrologie und die Sicherheits- und Verhaltensgrundsätze der Strömungsrettung.
Gegen 11 Uhr stand dann bereits die erste und von den Teilnehmern wohl am meisten gefürchtete Prüfung an: Der Cooper-Test, bei dem abhängig von Geschlecht und Alter in 12 Minuten eine gewisse Strecke zu laufen ist - was allen Teilnehmern auch gelang, wenn auch bei dem einen oder anderen bereits die eigenen Leistungsgrenzen zu erkennen waren. Die daraufhin folgenden, mahnenden Worte des Lehrgangsleiters Mathias Leißle ließen keinen Zweifel daran, dass die körperliche Leistungsfähigkeit eine Grundvoraussetzung für jeden Strömungsretter darstellt und trotz bestandenem Cooper-Test jeder Teilnehmer während des gesamten Lehrgangs seine Fitness unter Beweis stellen muss.
Nach kurzer Mittagspause bei bestem Wetter fand dann die erste praktische Ausbildungseinheit zum Umgang mit der persönlichen Schutzausrüstung statt, unterschiedliche Ausrüstungsteile wurden erläutert und Handgriffe, die im Ernstfall sitzen müssen, trainiert.
Im Anschluss daran machten sich Teilnehmer und Ausbilder dann auf den Weg in die Entenlochklamm an der Tiroler Ache, um das Gelernte in die Praxis umzusetzen. Nach einem ersten obligatorischen Partner-Check wurden die Grundlagen zum Schwimmen in fließenden Gewässern vom Ausbilder-Team erläutert und demonstriert, bevor dann die Teilnehmer sich selbst in die Fluten stürzten.
Nach 2 Stunden Queren, Springen, Aktivem-, Passivem- und Kehrwasser-Schwimmen folgte die nächste Ausbildungseinheit an Land: Der Umgang mit dem Wurfsack. Dieses bereits aus der Rettungsschwimmer-Ausbildung bekannte Rettungsmittel ist elementarer Bestandteil der Strömungsretter-Ausrüstung und ein absolut sicherer Umfang damit ist Pflicht.
Zum Abschluss standen dann noch ca. 4 Flusskilometer mit mehreren Kehrwassern, Strudeln und kleineren Schwallen auf dem Programm, bevor die Teilnehmer bereits leicht erschöpft die Heimreise zur Unterkunft antreten durften. Nach einem guten Abendessen wurden dann noch in Kleingruppen bis 23 Uhr Knoten geübt und wiederholt. Dass anschließend sehr schnell Ruhe einkehrte, war sicher auch der hohen Motivation und Aktivität aller Teilnehmer geschuldet - das Ausbilder-Team jedenfalls zog ein sehr positives Fazit von der Gruppe und vom 1. Tag.

Am 2. Tag musste aufgrund der unsicheren Wetterlage etwas umgeplant werden und so wurden die Teilnehmer am Vormittag zunächst im Umgang mit der Seiltechnik-PSA geschult, insbesondere in der Selbstsicherung und im Abseilen. Nach der Mittagspause wurde dann direkt wieder an die Tiroler Ache verlegt, wo nach kurzem Wildwasserschwimmen in voller Ausrüstung das Abseilen über Wasser trainiert wurde. In Kleingruppen mussten sich die angehenden Strömungsretter von einer Brücke in den Fluss abseilen, während weiter flussabwärts die Rettung von Schwimmern mittels Wurfsack trainiert wurde.

Der 3. Tag begann mit dem Training von elementarer Seiltechnik: Ankerpunkte, Knoten, das Spannen von Seilen und einfache Flaschenzüge standen auf dem Programm. Danach ging es ins Gelände bzw. an den Fels, wo erneut das sichere Abseilen trainiert wurde. Nach kurzer Mittagspause wurde dann an die Saalach verlegt, wo den angehenden Strömungsrettern beim Schwimmen in etwas stärkerem Wildwasser noch einmal alles abverlangt wurde.
Nach einem guten Abendessen stand dann noch die Prüfung im Wurfsackwerfen auf dem Programm - von 5 Versuchen mussten mindestens 3 perfekt sitzen. Der eine oder andere Teilnehmer nutzte die Gelegenheit zur intensiven Übung und durfte sein Können in einem 2. Versuch demonstrieren. Kurz vor 23 Uhr hatten alle dann auch diese Herausforderung gemeistert und so ging es schnell ins Bett, um noch etwas Erholung vor dem letzten Tag zu bekommen.

Am 4. und letzten Tag ging es nach dem Frühstück direkt zur Schräghangrettung über, einem einfachen seiltechnischen Verfahren um Personen sicher an einem Steilufer nach oben retten zu können. Anschließend wurde wieder an die Saalach verlegt, um ein für Strömungsretter elementares Einsatzmittel vorzustellen: Das Raft. Nach kurzer theoretischer Einführung und dem wichtigen Saftey-Talk wurde zum Abschluss und als „kleine Belohnung“ für die anstrengenden Tage ein Stück auf der Saalach geraftet und die Teilnehmer hatten sichtlich Spaß daran. Daneben wurde natürlich der Ein- und Ausstieg ins Raft trainiert und allen Lust auf die weiterführenden Lehrgänge gemacht.
Nach der Ankunft wurde dann das Material sortiert und nach kurzer Abschlussbesprechung konnten alle Teilnehmer ihre Strömungsretter-Urkunden und Abzeichen entgegennehmen, bevor nach kurzem Abschied wieder alle Richtung Heimat aufbrachen.
Teilnehmer und Ausbilder waren sich in der Feedback-Runde einig, einen tollen, intensiven und lehrreichen Lehrgang verbracht zu haben. Die Motivation war sehr hoch, das Engagement und Interesse weit überdurchschnittlich und so war es kaum verwunderlich, dass noch während dem Lehrgang Pläne für weitere gemeinsame Lehrgänge und Fortbildungen geschmiedet wurden.
Das Ausbilder-Team, bestehend aus Angelina Wex, Fabian Wünsch, Martin Schäferling, Dennis Pongratz und Mathias Leißle waren sich einig, dass nach dem bisher zahlenstärksten Lehrgang, der Landesverband um 18 hoch motivierte und gut ausgebildete Strömungsretter reicher ist.


Mathias Leißle (Multiplikator Strömungsrettung)

Kategorie(n)
Bildungswerk

Von: Webmaster

zurück zur News-Übersicht

E-Mail an Webmaster:


Eine Kopie der Nachricht an die eigene Adresse senden
captcha
Einfach die Zahlen-/Buchstabenkombination abtippen!
Wichtig: Gross- und Kleinschreibung beachten!
Ich habe die Datenschutzerklärung zur Kenntnis genommen

* Pflichtfelder dürfen nicht leer gelassen werden