08.05.2018 Dienstag Strömungsretter trainieren Umgang mit dem Raft

Insgesamt 20 Strömungsretter aus den Landesverbänden Württemberg, Baden und Hessen waren von 26. bis zum 30. April 2018 ins bayrische Lenggries gefahren, um an der Isar die Grundlagen im Umgang mit dem Raft zu erlernen.
Nach teilweise recht langer Anreise am Vortag, begann der Lehrgang nach einem hervorragenden Frühstück um 9 Uhr mit einem einführenden Theorieunterricht, indem vor allem Fließgewässerkunde, Grundlagen des Raftings, Gefahrenanalyse und der obligatorische "Safety-Talk" im Mittelpunkt standen. Direkt am Raft wurde den Teilnehmern dann der Aufbau desselben sowie das Herstellen der Einsatzbereitschaft und der Umgang mit dem Zubehör demonstriert.
Da bereits am Vorabend die Ausrüstung einsatzbereit hergerichtet worden war, ging es nach kurzer Fahrtzeit zum Silvensteinspeicher direkt auf den Fluss. Jeder Ausbilder hatte eine Raft mit 5 Teilnehmern unter sich, wobei immer ein Teilnehmer die Rolle des Raftführers übernahm und die durch den Ausbilder erläuterten und ggf. demonstrierten Manöver und Übungen durchführen musste. Nach den ersten Fahrübungen auf dem noch sehr ruhigen Teil unterhalb des Silvensteinspeichers, ging es über kleinere Schwälle und etwas wilderes Wasser die Isar hinunter.
Bei bestem Wetter wurden am ersten Tag über 15 Flusskilometer zurückgelegt und Steuerung und Paddeltechnik ging den Teilnehmern bereits in Fleisch und Blut über. Um den Übungseffekt möglichst hoch zu halten wurde dabei kaum ein Kehrwasser ausgelassen und auf ruhigeren Abschnitten wurden Sicherheitskommandos, Rettungstechniken und das Flippen ("Umwerfen und zurückbringen") des Raft wieder und wieder geübt.
Nach einem guten Abendessen und kurzer Zusammenfassung war der erste Lehrgangstag gegen 22 Uhr beendet.
Bereits am 2. Lehrgangstag zeigten sich bei dem einen oder anderen Teilnehmer die ersten körperlichen Ermüdungsanzeichen, die jedoch nach dem ersten Kontakt mit dem knapp unter 7°C frischen Wasser der Isar wie weggeweht waren. Im Gegensatz zum Vortag wurde die Strecke unterhalb von Bad Tölz geraftet, die neben einem höheren Wasserstand auch einen etwas höheren Schwierigkeitsgrad und die eine oder andere Herausforderung parat hatte.
An geeigneten Stellen ließen die Ausbilder dann "Anlanden" und die Strömungsretter durften abseits vom Raft ihre Fähigkeiten in der Wurfsackrettung, beim Springereinsatz und generell beim Wildwasserschwimmen demonstrieren. Ein guter Raftführer muss schließlich auch in der Lage sein, seine im schlimmsten Fall gekennterte Mannschaft schnell und idealerweise wieder ins Raft oder notfalls an Land zu bringen.
Am Ende des 2. Tages fand dann noch eine kurze Ausbildungseinheit zum Thema "Patiententransport mittels Raft" statt und die meisten Teilnehmer gingen zeitnah ins Bett um für den 3. Tag und die bevorstehenden Prüfungen fit zu sein.
Nach gewohnt hervorragender Stärkung beim Frühstück wurde wieder direkt zum Silvensteinspeicher versetzt und mit den abschließenden Prüfungen begonnen. Neben den Fähigkeiten im Steuern und Führen eines Rafts mussten alle Teilnehmer in Prüfungsstationen eine umfassende Sicherheitsbesprechung ("Safety-Talk"), die Wurfsackrettung von 2 Schwimmern, das zweifache Flippen und eine Ausgleichsverankerung mit Behelfsflaschenzug demonstrieren.
Von den 15 angetretenen Strömungsrettern konnten anschließend 11 Teilnehmer alle Prüfungen mit Erfolg abschließen und die begehrte Urkunden in den Händen halten. Ein Teilnehmer musste die  Prüfung verletzungsbedingt abbrechen und mit den übrigen 3 Teilnehmern wurde im persönlichen Gespräch die Defizite erläutert und die Möglichkeiten einer Nachprüfung besprochen.
Das Ausbilder- und Prüferteam bestehend aus Angelina Wex, Fabian Wünsch, Boris Morgus uns Mathias Leißle war sich einig, einen tollen Lehrgang mit sehr motivierten und engagierten Teilnehmern erlebt zu haben. Die Strömungsrettung in der DLRG ist wieder um einige junge Raftführer reicher.
Allen, die bereits einen Raft1 Lehrgang besucht haben, sei an dieser Stelle noch einmal der Raft2 Lehrgang in Landeck dringend empfohlen, da hier die bereits erlernten Grundlagen gefestigt, die Fähigkeiten bei höherem Wildwasser und Schwierigkeitsgrad geschärft und auch die (eigenen) Grenzen erfahrbar gemacht werden.


Mathias Leißle

Kategorie(n)
Ausbildung, Einsatz

Von: Webmaster

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