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07.12.2015 Montag DLRG wendet Umweltkatastrophe an der Jagst ab

Biotopabsicherung Jagst (Sep. 2015)

Bad Rappenau/Neudenau: Löscharbeiten bei einem Mühlenbrand waren im August der Auslöser einer Umweltkatastrophe nie gekannten Ausmaßes am beschaulichen Flüßchen Jagst im DLRG Bezirk Heilbronn in Nordwürttemberg. Düngemittel trat aus, vermischte sich mit Löschwasser und Ammoniumnitrat gelangte in den Fluß. Ammonium entzieht dem Wasser den lebensnotwendigen Sauerstoff. Die Giftblase zog eine Schneise der Verwüstung durch das Jagsttal. Mehrere Tonnen Fische und andere Lebewesen waren durch Sauerstoffmangel verendet.

48 Helfer aus 9 Ortsgruppen und 4 Bezirken fuhren zwischen dem 26.8 und 19.9. insgesamt 13 Einsätze (500 Stunden), um den vollständigen Umwelt-GAU zu verhindern.

Durch einen Dammbau gemeinsam mit dem THW in Jagsthausen wurde versucht ein Gebiet zu schaffen, in das die Giftblase nicht eindringen konnte. Dieses Gebiet sollte die Keimzelle für neues Leben in der Jagst sein.

Durch Baumfällungen wurden Zugänge zum Fluss geschaffen, Big Bags und Sandsäcke gefüllt. Folien wurden über die Big Bags gezogen, sie sollten dann unter Wasser an dem geschaffenen Wall mit Sandsäcken befestigt werden. Es war ernüchternd, da der Damm nicht dicht wurde. Eine „große Freude“ machte uns ein Dammbauspezialist, der unsere Arbeit am frühen Morgen begutachtete: ein Biber.

Am zweiten Tag hatte das THW den Damm weiter aufgeschüttet, ein Gewässerarchitekt aus Stuttgart war nun als ständiger Berater vor Ort. Wieder wurde Folie über die Dämme gezogen und mit hunderten von Sandsäcken unter Wasser fixiert. Gegen 23.30 Uhr strahlende Gesichter überall: Der Damm war dicht, auch der Biber freute sich.

DLRG Einsatzkräfte unterstützten THW und Feuerwehr beim Bau weiterer Dämme, um das kontaminierte Wasser dosiert in den Neckar abzugeben und die Seitenarme der Jagst vor dem Eindringen des verunreinigten Wassers zu schützen. Ebenso half die DLRG bei der Installation von Pumpen und Belüftungsanlagen unter Wasser. DLRG Taucher sicherten die Baustellen ab, insbesondere vor den gefährlichen Stauwehren.

Ab dem 07. September war der Auftrag die Absicherung und wasserseitige Unterstützung des Damm-Rückbaus. Unterstützt wurde hier von Kameraden der Bezirke Ludwigsburg, Rems-Murr und Schwäbisch Hall.

Es war keine Übung. In dieser über den Verlauf von zwei Wochen extrem angespannten Einsatzlage ging es vor allem darum anzupacken und die Fragen erst später zu stellen. Berührungsängste gab es keine. Das erleichterte die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Gruppen von FW, THW und DLRG. Trotz aller Dramatik wurde aus einem Dauereinsatz im Dienste der Umwelt ein großartiges Einsatzerlebnis mit sehr hohem Teambuilding-Faktor!

Texte:
Florian Sommer / Florian Krugmann - DLRG BZ Heilbronn / Württemberg
Bearbeitung Hans-Peter Eckstein, LV Wü

Fotos:
DLRG / Sommer

Kategorie(n)
Einsatz

Von: Hans-Peter Eckstein

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